Auslandserfahrung

»Für mich als Careleaverin gab es bis dahin nie die Option, einfach so ins Ausland zu gehen«

Sabine ist Careleaverin und war mithilfe des Brückensteinprojekts Careleaver Weltweit für einige Monate in Israel. Hier erzählt sie, wie es dazu kam.

»Die Zeit war für mich unglaublich bereichernd.«

Im beruflichen wie auch privaten Kontext gewinnt es zunehmend an Bedeutung, Auslandserfahrung vorzuweisen. Insbesondere junge Erwachsene sind dazu angehalten, Auslandsaufenthalte in ihren Lebenslauf einzubauen, aber auch ältere Generationen schätzen die Möglichkeit, in fremde Länder zu reisen. Unter jungen Erwachsenen, die z.B. nach der Schule einen Auslandsaufenthalt in Form eines FSJs oder Au-pair Jahres planen, sind Careleaver eine stark unterrepräsentierte Gruppe. Sie sind zumeist keine Nutznießer der Erfahrung Ausland. Zudem sind Auslandsaufenthalte in ihrer (häufig stark institutionell beeinflussten) Lebensplanung ein nur selten aufgelisteter Punkt. Doch welche guten Gründe gibt es für einen Careleaver, Auslandsaufenthalte einzuplanen? Gerne möchte ich diese Frage anhand meiner eigenen Erfahrungen als Careleaver im Ausland beantworten:

Für mich ging es Ende Oktober 2019 dank der lieben Unterstützung des Projektes Careleaver Weltweit für mehrere Monate nach Israel. Die Zeit in der kleinen Stadt Kfar Saba, unweit der Nahost-Metropole Tel Aviv, war für mich unglaublich bereichernd, denn ich habe so vieles Neues über das Land Israel aber auch über mich und mein Leben gelernt. Außerdem habe ich viele neue Freundschaften geschlossen und habe wunderschöne Natur und Städte gesehen, die so in Deutschland nicht zu finden sind.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich am Tag vor der Abreise meine letzten Dokumente in das Büro von Careleaver Weltweit gebracht und zu Alina, der Projektleiterin, gesagt habe »Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so jemand bin, der für längere Zeit ins Ausland geht«. 

»Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so jemand bin, die für längere Zeit ins Ausland geht.«

Rückblickend beziehe ich diese Aussage einerseits darauf, dass ich mir das vor einigen Jahren noch nicht zugetraut hätte, allerdings vor allem darauf, dass es für mich als Careleaverin bis dahin nie die Möglichkeit oder Option gab, einfach so ins Ausland zu gehen. Entweder hatte ich keine Zeit, kein Geld oder es scheiterte daran, dass ich keine Unterstützung zur Organisation und Umsetzung meiner Pläne hatte. Sicherlich haben einige andere Careleaver denselben Eindruck und teilen die Erfahrung, dass Ausland angeblich »nichts für Careleaver ist«.

Seit 2019 gibt es aber das tolle Projekt Careleaver Weltweit, durch dessen Hilfe ich und viele anderen Careleaver die Möglichkeit hatten, ins Ausland zu gehen. Ich kann jedem Careleaver, der Lust hat sich im Ausland zu engagieren – aber nicht weiß wie, empfehlen, Kontakt zum Projekt aufzunehmen und Auslandsaufenthalte zu absolvieren!

Sabine, Careleaverin